Sexuelle und häusliche Gewalt

Wir alle kennen Opfer sexueller und häuslicher Gewalt.

Und wir alle kennen die Täter.

Nur wissen wir dies meist nicht, denn die Opfer schweigen aus Angst und Scham und die Täter verbergen oder bagatellisieren ihr Handeln. Nur ein paar Zahlen sollen reichen, um das Ausmaß dieser Formen von Gewalt gegen Frauen und Kinder deutlich zu machen:

  • Etwa jedes dritte bis vierte Mädchen erfährt als Kind sexuellen Missbrauch. Mindestens jeder zehnte Junge ist ebenfalls davon betroffen (Brockhaus & Kolshorn, 1993).
  • Jede vierte Frau wird Opfer von körperlicher und/oder sexueller Gewalt durch einen Partner oder Ex-Partner (BMFSSFJ, 2004)
  • Mindestens jede siebte Frau wird Opfer von Vergewaltigung oder sexueller Nötigung (BMFSSFJ, 2004).

Sexuelle und häusliche Gewalt gibt es in allen gesellschaftlichen Schichten. Die Täter sind genauso Professoren wie ungelernte Arbeiter und in den meisten Fällen sind sie Männer. Opfer sind Migrantinnen ebenso wie gut situierte deutsche Frauen. Täter und Opfer kennen sich in der Regel, oft sogar sehr gut.

Die Opfer sind Frauen und Kinder jeder Altersgruppe, vom Säugling bis zur Greisin.

Die Täter verüben sexuelle, körperliche und psychische Gewalt nicht etwa weil sie psychisch oder geistig gestört sind, auch wenn ihre Taten dies nahe zu legen scheinen. Sie verüben Gewalt, weil es ihnen einen Nutzen bringt (z.B. sich stark und überlegen zu fühlen) und sie meist niemand daran hindert.

Für die Betroffenen führen die sexuellen oder körperlichen Übergriffe oft zu massiven seelischen und körperlichen Verletzungen. Kinder, die sexuell missbraucht werden und Frauen, die Gewalt durch einen Partner erleben, schaffen es häufig nicht allein, sich aus der Gewaltbeziehung zu befreien. Sie brauchen Hilfe von außen. Deshalb bieten wir sowohl den Betroffenen als auch Menschen aus ihrem Umfeld Unterstützung an.

Wer sich genauer über sexuelle und häusliche Gewalt informieren möchte, findet auf der Homepage der Helpline Schleswig-Holstein ausführliche Informationen (www.helpline-sh.de/uberGewalt.html)

Ausführliche Informationen und praktische Tipps zum Thema häusliche Gewalt gibt es in mehreren Sprachen unter www.gewaltschutz.info.

Literatur:

  • Brockhaus, Ulrike & Kolshorn, Maren (1993). Sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Jungen. Mythen – Fakten – Theorien. Frankfurt: Campus.
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2004). Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland. Zusammenfassung zentraler Studienergebnisse.
    www.bmfsfj.de/Kategorien/Publikationen/...